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16.05.2014 - Die Rheinpfalz - Frankenthaler Zeitung - Nr. 113 Übersicht | Drucken

Grossniedesheim vor der Wahl

Sorge um Grundschule und Kindergarten

Sorge um Grundschule und Kindergarten
Hintergrund: Großniedesheim hat einige Veränderungen vor sich. Am südlichen Ortsrand soll in den nächsten Jahren ein Neubaugebiet wachsen und junge Familien anlocken. Mit ihrem Nachwuchs sollen sie zum Erhalt von Kindertagesstätte und Grundschule beitragen. Darin waren sich die drei Parteien im Gemeinderat einig. Gestritten wurde in den vergangenen Jahren über die Zukunft des Bürger- und Sportzentrums.
Von Frank Geller


Die Rheinpfalz - Frankenthaler Zeitung - Nr. 113 - Wie in vielen Dörfern in der Region lässt sich auch in Großniedesheim der Wandel einer einst landwirtschaftlich geprägten Gemeinde zu einem modernen Wohnstandort beobachten. Man lebt hier und fährt morgens mit dem Auto zur Arbeit in eine der umliegenden Städte. Die zentrale Lage zwischen Frankenthal und Ludwigshafen/Mannheim im Süden und Worms im Norden sowie die gute Verkehrsanbindung dürften für viele junge Familien in den Baugebieten Moltersgärten I und II in den vergangenen Jahren ein dickes Argument gewesen sein, sich in Großniedesheim niederzulassen. Leben lässt es sich hier in der Tat gut. Die Umgebung mit Feldern, Wiesen, Storchen- und Hochzeitswald ist idyllisch, seit Kurzem gibt es sogar eine komfortable Radwegeverbindung nach Beindersheim, von wo aus Schüler gut nach Frankenthal kommen können.Dorfmittelpunkt ist die Friedenshalle, die gute Stube des Orts. In ihr finden kulturelle Veranstaltungen statt, hier ist das Dienstzimmer der Ortsspitze, hier tagt der Gemeinderat, und auch die Bücherei und die Seniorenstube haben in dem Anwesen ihren Platz. Genauso wie der jedes Jahr stattfindende Ostermarkt. Weitere traditionelle Veranstaltungen sind die Kerwe im Frühsommer und der Weihnachtsmarkt, die beide am TuS-Gelände ausgerichtet werden.
Bei der Nahversorgung hat sich einiges getan. Während andernorts die Supermarktfilialen schließen oder über deren Ansiedlung gestritten wird, gesellte sich vergangenen Herbst zur Bäckerei mit Postfiliale ein kleiner Lebensmittelladen hinzu, der von montags bis samstags geöffnet hat. Anna und Marius Neubach wagten den Schritt und nennen ihr Geschäft in Anlehnung an längst vergangene Zeiten Tante-Anna-Laden.
Darüber, dass es keine echte Gaststätte mehr im Dorf gibt, entbrannte in der nun zu Ende gehenden Wahlperiode ein heftiger Streit zwischen den politischen Lagern. Gegenstand der Auseinandersetzung war das Bürger- und Sportzentrum. Nachdem erneut ein Pächter des dortigen Restaurants aufgegeben hatte, suchte die Verwaltung 2011 nach Alternativen. Die fand man im Frankenthaler Pflegedienst Lebensbaum, der in dem 1988 mit Steuergeldern errichteten Gebäude nach einem Umbau Tagespflege anbieten wollte. Doch nach immensem Widerstand der Oppositionsparteien FWG und CDU zog der Pflegedienst sein Angebot zurück.
Freie Wähler und Union beklagten den Verlust der Bürgerstube, für deren Erhalt sogar Unterschriften im Dorf gesammelt wurden, und sahen in der Umwidmung des Gebäudes ein finanzielles Risiko für die Gemeinde. Rund 60.000 Euro hätte die öffentliche Hand nach einer Architektenschätzung für den Umbau zur Pflegeeinrichtung wohl berappen müssen, die Miete wäre an die Belegung mit Pflegegästen gekoppelt gewesen.
Nun versuchte man es erneut mit Gastronomie: Nach langem Suchen fand die Verwaltung im April 2012 tatsächlich eine neue Pächterfamilie, doch auch die tat sich schwer. Vergangenen November war wieder Schluss.
Mit dem Gerolsheimer Schreiner Dieter Oechsle gibt es jetzt einen Kaufinteressenten, der ein Angebot über 350.000 Euro für das Bürger- und Sportzentrum abgegeben hat. Zehn bis zwölf barrierefreie Wohnungen könnten in dem maroden Gebäude nach einem Umbau und einer Aufstockung entstehen. Der neue Eigentümer will laut Ortsbürgermeister Michael Walther (SPD) nicht nur die Kegelbahn im Keller erhalten, sondern auch ein Bistro einrichten. Kommt der Kauf zustande, würde die ganze Sache für Walther doch noch zu einem guten Ende führen. Er beklagt seit Langem die Unterhaltungskosten für das Gebäude. „Mit dem Erlös könnten wir auf einen Schlag alle unsere Schulden begleichen.“
Ein weiteres Thema ist der Nachwuchs. Um den zu bekommen, sollen junge Familien ins Dorf gelockt werden und dazu beitragen, dass der Kindergarten, der ein neues Außengelände bekommen soll, und die Grundschule erhalten bleiben können. In der Frage gibt es zwischen den Parteien auch keinen Dissens. Um die Grundschule attraktiver bei Eltern zu machen, wurde zuletzt ein Betreuungsangebot für den Nachmittag auf den Weg gebracht. Nachwuchs tut hier auch dringend Not: Für das neue Schuljahr gibt es nur vier Neuanmeldungen, unterrichtet wird schon heute in kombinierten Klassen, in denen die erste und zweite sowie die dritte und vierte Klassenstufe zusammengelegt wurden.
Neue Kinder sollen aus dem in den letzten Jahren auf den Weg gebrachten Neubaugebiet am südlichen Ortsrand Richtung Heßheim kommen. Noch steckt man dort aber in der Erschließungsphase. Nach Klärung offener Grundstücksfragen könnten im Laufe des Jahres die Bagger anrollen und die Arbeiten für die ersten Häuser beginnen. 23 Einfamilienhäuser und ein Mehrfamiliengebäude sind auf dem rund 1,5 Hektar großen Areal vorgesehen. Barrierefreies Wohnen könnte in dem größeren Wohnhaus möglich werden, genauso wie im Bürger- und Sportzentrum.
Eine Herausforderung bleibt wie in anderen Dörfern der alte Ortskern. Während Zuzug vor allem in die Neubaugebiete am Rand passiert, gibt es hier den einen oder anderen Leerstand. Diesen Bereich zu entwickeln, ist eine weitere Aufgabe, der sich der Gemeinderat in den kommenden Jahren stellen muss.


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